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Alexej Anatoljewitsch Nawalny

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PORTRAITS
Andrej Alegawitsch Sannikow
 

Sannikow

  • belarussischer Oppositioneller
  • Abschluss an der Linguistischen Universität Mink und
    an der Diplomatischen Akademie des
    Außenministeriums in Moskau
  • Geburtsort: Minsk
  • Geburtstag: 08. März 1954


Die Begriffe Diplomat, Oppositioneller und Gefängnisinsasse beschreiben die letzten 20 Jahre von Sannikows Leben, einem der bekanntesten belarussischen Oppositionspolitiker, am besten. Bei den Präsidentschaftswahlen 2010 in Belarus sicherte er sich die zweitmeisten Stimmen, aber noch am Wahlabend wurde er verhaftet. Von Stefan Bernhardt

Vor seiner Zeit als Oppositioneller war Sannikow 1995 bis 1996 als stellvertretender Außenminister in der belarussischen Regierung, ein Posten von dem er aus Protest gegen Präsident Alexander Lukaschenkos Politik zurücktrat. Insbesondere ist er als Kopf der belarussischen Delegation über die Verhandlungen zu den nuklearen sowie konventionellen Waffen, Anfang der 1990er, bekannt.

Nach seinem Rücktritt als stellvertretender Außenminister engagierte sich Sannikow stark in der Opposition. Er ist Mitbegründer der Charter 97, einer Bürgerinitiative für Menschenrechte. Er organisierte zudem über Jahre hinweg Proteste gegen das Lukaschenko-Regime und nahm ebenfalls direkt an ihnen teil. Politisch steht er für einen pro-europäischen Kurs des Landes, damit es eines Tages der EU beitreten kann.

Den Schritt Lukaschenko als Präsidentschaftskandidat herauszufordern, machte Sannikow erst 2010. Die Wahl selbst galt zwar als manipuliert, dennoch schaffte er den zweiten Platz hinter Lukaschenko und vereinigte mit 2,43 Prozent die meisten Stimmen aller Oppositionskandidaten auf sich. Der Wahlabend wurde für Sannikow jedoch zum Verhängnis. Bei einer Protest-Aktion in Minsk verhaftete ihn die Polizei, wobei er schwer verletzt wurde. Dies sollte sich allerdings erst als Anfang einer tragischen Geschichte herausstellen. Im Gefängnis wurde er offenbar gefoltert. Davon berichtete sein Anwalt nach einem Besuch, da Sannikow mehr Verletzungen aufwies als bei der Verhaftung.

Ein Gericht in Minsk verurteilte ihn im Mai 2011 zu fünf Jahren Gefängnis, wegen der Organisation von Massenunruhen. Fast ein Jahr später, im April 2012, begnadigte Präsident Lukaschenko ihn. Er blieb indes nicht in Belarus, sondern lebt jetzt in London, während seine Frau ebenso wie sein Sohn noch in Belarus ist. Wie es politisch weitergeht ist unklar, denn die belarussische Opposition ist weiterhin gespalten und einer ihrer wichtigsten Anführer, Sannikow, im Ausland.

Biografie

  • 1982: Begann als Übersetzter im UN-Sekretariat in New York zu arbeiten
  • 1992: Leitete die belarussische Delegation bei den Verhandlungen über die Bewaffnung mit nuklearen und konventionellen Waffen
  • 1995 - 1996: stellvertretender Außenminister von Belarus
  • 1997: Mitbegründung der Charter 97
  • 1998: Sannikow und Hienadz Karpienka gründen den Koordinierungsrat der demokratischen Kräfte von Belarus
  • 2008: Sannikow startet, zusammen mit anderen Politikern, die Kampagne Europäisches Belraus
  • 2010: Sannikows enger Freund und Wahlkampf-Pressesprecher Oleg Bebenin wurde außerhalb von Minsk bei seinem Sommerhaus erhängt aufgefunden
  • 2010: Bei den belarussischen Präsidentschaftswahlen gewann Sannikow 2,43 Prozent der Stimmen und wurde am selben Abend bei einer Demonstration gegen Präsident Lukaschenko verhaftet
  • 2011: Verurteilt zu fünf Jahren Gefängnis wegen der Organisation von Massenunruhen
  • 2012: Begnadigt von Präsident Lukaschenko und aus dem Gefängnis entlassen

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Bild (Quelle): Игорь Свабодин / uneingeschränkte Nutzungsrechte