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Micheil Saakaschwili

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PORTRAITS
Michail Sergejewitsch Gorbatschow
 

Gorbatschow

 

  • Ehemaliger sowjetischer Präsident
  • Abschluss in Jura und als Diplom-Agraringenieur
  • Geburtsort: Priwolnoje
  • Geburtstag: 02. März 1931

Glasnost und Perestroika sind mit Gorbatschow untrennbar verbunden. Er versuchte, die Sowjetunion zu reformieren und beendete den Kalten Krieg. Seine Politik führte jedoch zum Zusammenbruch der UdSSR – mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung. Deswegen ist sein Ansehen in Russland sehr gering. Im Westen wird er hingegen gefeiert. Von Stefan Bernhardt

Gorbatschow verfolgte eine reguläre Parteikarriere, bevor er seine historische Rolle als Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 1971 und des Politbüros ab 1980 übernahm. Er war Mitglied verschiedener Parteiorgane in seiner Geburtsregion Stawropol und von 1970 bis 1978 sogar Erster Sekretär der Region. Während dieser Zeit wurde er vor allem als Agrar-Experte bekannt.

Bereits im Zentralkomitee wurde Gorbatschow vom ehemaligen KGB-Chef und späteren Staatschef Juri Andropow gefördert. An die Spitze des sowjetischen Staates gelangte er allerdings nicht direkt nach dem Tod seines Förderers 1984, sondern erst 1985, nach dem Tod von Andropows Nachfolger ebenso wie Rivalen Konstantin Tschernenko. Seine Politik als letzter sowjetischer Staatschef prägten vor allem Glasnost (Transparenz) und Perestroika (Veränderung). Gorbatschow strebte umfassende politische, soziale, wirtschaftliche sowie personelle Veränderungen an, welche die Sowjetunion liberalisieren sollten. Dabei waren seine größten außenpolitischen Erfolge die Beendigung des Kalten Krieges sowie die darauffolgenden Abrüstungen. Für diesen historischen Erfolg wurde er 1990 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Dabei hatte sein Wirken als Staatschef auch weitreichende negative Folgen: Unter seiner Führung zerbrach die Sowjetunion in 15 Einzelstaaten, es kam zu Bürgerkriegen und einer massiven Verarmung der Bevölkerung.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zog sich Gorbatschow nicht vollständig aus der Politik zurück, sondern war weiterhin in Russland aktiv; sein politisches Engagement blieb jedoch erfolglos. Bei seiner Präsidentschaftskandidatur 1996 erhielt er nicht einmal 0,5 Prozent der Stimmen. Aber nicht nur er persönlich scheiterte in der Politik, auch seine Sozialdemokratische Partei. Selbst die mit dem bekannten Geschäftsmann Alexander Lebedew gegründete Unabhängige Demokratische Partei konnte seit ihrer Gründung keine herausragende Bedeutung erlangen. Innenpolitisch prangert Gorbatschow zwar die Demokratiedefizite Russlands ebenso an wie die allgemeinen Verhältnisse in Politik sowie Wirtschaft, aber außenpolitisch steht er in Opposition zum Westen. Hierbei kritisierte er unter anderem die NATO-Erweiterung und die Hegemonie der USA.

Außerhalb der Politik an sich ist Gorbatschow Teilbesitzer der Kreml-kritischen Zeitung Nowaja Gazeta und engagiert sich im Rahmen seiner Gorbatschow-Stiftung. Bekannt ist er aktuell vorrangig durch die Ehrungen im Ausland für ihn und seine historische Leistung. Seine medialen Auftritte beziehen sich daher meist auf seine politische Vergangenheit. Das heutige Engagement außerhalb seiner Stiftung spielt dagegen in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle.

Biografie

  • 1938 - 1948: Besuchte die Grund- und Mittelschule, tritt dem Jugendverband Komsomol bei
  • 1944 - 1950: Arbeitete in einer Maschinen-Traktor-Station einer Kolchose
  • 1948: Erhielt den Orden des Roten Banners der Arbeit 
  • 1952: Trat in die Kommunistische Partei ein
  • 1953: Heiratete Raissa Maximowna Titarenko
  • 1950 - 1955: Student der  Rechtswissenschaften in Moskau
  • 1961: Delgierter für Stawropol beim 22. Parteikongress der Kommunistischen Partei in Moskau
  • 1967: Beendete sein zweites Studium als Diplom-Agraringenieur
  • 1970 - 1978: Erster Sekretär der Region Stawropol
  • 1970 - 1990: Abgeordneter im Obersten Sowjet
  • 1971 - 1991: Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei
  • 1974: Ernennung zum Vorsitzenden des ständigen Komitees für Jugendangelegenheiten im Obersten Sowjet
  • 1978 - 1985: Sekretär für Landwirtschaft im Zentralkomitee
  • 1980: Wurde Mitglied des Politbüros
  • 1984 - 1985: Vorsitzender des Komitees für Auswärtige Angelegenheiten
  • 1985 - 1991: Generalsekretär der Kommunistischen Partei

  • 1985 - 1988: Mitglied des Präsidiums des Obersten Sowjet
  • 1985 - 1991: Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees
  • 1989: Wurde durch das neu gewählte Parlament zum amtierenden Präsidenten der Sowjetunion gewählt 
  • 1990: Wurde mit 59 Prozent der Abgeordneten zum ersten Präsidenten der Sowjetunion gewählt; erhielt den Friedensnobelpreis
  • 1991: Überlebte einen versuchten Staatsstreich durch Hardliner der Kommunistischen Partei

  • 1991 (25. Dezember): Trat als Präsident der Sowjetunion zurück, am darauffolgenden Tag wurde der Staat formal aufgelöst
  • 1992 - heute: Präsident der Gorbatschow-Stiftung
  • 1996: Kandidierte als russischer Präsident, verliert mit weniger als 0,5 Prozent der Stimmen
  • 2001 - 2004: Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei

  • 2006: Erwarb 49 Prozent der Zeitung Nowaja Gazeta, Besitzer zusammen mit Alexander Lebedew
  • 2008: Gründete mit Lebedew die Unabhängige Demokratische Partei

Interessantes

Website der Gorbatschow-Stiftung (Rus/Eng)

Gorbatschow an der Universität von Wyoming, Oktober 2011

Bild- und Nutzungsrechte

Artikelnutzung

Bild (Quelle): Antônio Milena/ABr / Creative Commons-Lizenz